Grübeleien: Das große Lese-Display und ein Sessel

Meine gedankliche Spielwiese: Ein Potpourri an Ideen und Skizzen, wie wir unser COMICROOM aufbauen könnten… Brainstorming with myself! 

Ich musste nach Hannover. Eine mehrstündige Fahrt mit dem Auto stand mir bevor. Daher hatte ich mir schon einige Musikalben zusammengesucht… Die Reise konnte also starten.

Die Autobahnauffahrt war schnell erreicht. Ich schob die erste CD ein. Dann gab ich etwas Gas…

Ich fädelte mich in den Strom der Autofahrer ein. Es dauerte nicht lange und schon erreichte ich meinen typischen Autofahrzustand: Eine überwiegend körperliche, welche eher mechanisch alle für das Autofahren wichtigen Körperfunktionen steuerte. Und die andere ist eine Kopflastige: Jene die sich gedanklich mit dem Problem ‚Sessel-und-Display‘ beschäftigte.

 

Denn einige Tage zuvor hatte ich ja noch mit Tom über seine Programmierung diskutiert. Daher glitten meine Gedanken immer wieder auf mein augenblicklich dringendstes Problem: Wie kriege ich das große Display samt Schwenkarm an den Sessel?

 

Ich fuhr nicht sonderlich schnell. Ich hatte es nicht eilig, denn meine Reisezeit war auf 120-140km/h ausgelegt. Schnell genug, um im Strom gut mitfahren zu können. Genügend langsam, um nicht unversehens in eine Radarfalle zu geraten. Aber auch nicht um als Hindernis auf der Autobahn gelten zu müssen… und der Chill-Out-Klangteppich von ‚Nighthawks‘ – ‘As the Sun sets‘ begleitete mich inspirierend bei meinen Überlegungen…

 

Die ursprünglichen Ideen von Tom und mir traten vor meinem imaginären gedanklichen ‚Bildschirm‘. Wir hatten damals im Pub zunächst darüber sinniert, ob man nicht einen Sessel entwirft, an dem die Steuerung und der Monitor direkt integriert werden könnten. Wir malten mit einigen schnellen Bleistiftstrichen unsere Vorstellung auf einem Stück Papier. Dieses Bild hatte ich wieder vor Augen…

Der elektrifizierte Sessel - selbstgebaut
Der elektrifizierte Sessel - selbstgebaut

Dabei war der erste Ansatz unserer Idee folgender: Auf der rechten Armlehne sollte eine Navigationseinheit integriert werden. Beispielsweise ein Trackball. Könnte aber auch ein Touchpad sein. Auf der linken Seite ein Hauptschalter. Mit diesem ließe sich der ‚Sesselrechner‘ komplett an und ausschalten.  Der eigentliche Rechner wird in die Sitzfläche verbaut, welche hoch genug sein müsste, um einen kleinen PC oder auch ein Notebook aufzunehmen. Auf der Unterseite könnte aber auch ein genügend großer Hohlraum sein, um Motherboard, Grafikkarte, Festplatte und Netzteil einzubauen. Die Kabellage für die Steuereinheit bzw. Hauptschalter aber, wird auf der Unterseite der Armlehne versteckt verlegt. Die Halterung für den Monitor würde ein am Sessel angeschraubter Pfeiler werden, auf dem dann der Schwenkarm samt 20“-Display  gesteckt wird. Dabei wird das DVI/HDMI-Kabel, wie auch das notwendige Stromkabel, innerhalb des Sessels verlegt. Fertig.

Zunächst fanden wir das Sessel-Rechner-Konzept großartig. Ich meinte beim Betrachten des Bildes ganz spontan: „The Captain‘s Chair!“. Denn das Konstrukt erinnerte mich stark an den Kommandosessel von Captain Kirk.

 

Vor mit türmten sich zwei Wände auf. Die Rückfronten zweier Brummis. Während ich zum Überholvorgang des LKW‘s ansetzte, der wiederum einen LKW überholte, wechselte ich anschließend zurück auf die ganz rechte Spur.

 

Ich bemühte mich einige Ansätze des Captain’s Chair auf meinen BYA-Sessel zu adaptieren. Auf der Armlehne hatte ich den Einfall, eine Armlehnenauflage aus Holz zu schnitzen. Darauf sollte dann ein Trackball positioniert werden. Im Sessel sollte ein Gestänge angebracht werden, dass dann die Halterung für den Monitor aufnahm. Unter meinem Sessel sollten die Komponenten eines Rechners Platz finden. Und wieder hatte ich das von uns damals erstellte Bild vor Augen…

Mein elektrifizierter BYA
Mein elektrifizierter BYA

Das Eigengewicht des Sessels würde das Display halten. Aber ich müsste meinen Lieblingssessel beschädigen… „Keine gut Idee!“ war Toms einfacher Kommentar.

„Und außerdem…“ fügte Tom hinzu „Wie sollte das mit meinem POÄNG realisiert werden?“ Ich sah Tom vor mir. Die kleine Walker Chipstüte in seiner Hand und ein-zwei verformte Kartoffelscheiben in den Mund schiebend. “Der ist doch viel zu leicht. Der kippt doch um!“

 

Hier steckte ich in einer Sackgasse. Aber nicht lange. Denn schon zeichnete ich einst im Pub eine Alternative für den POÄNG.

Tom's POÄNG mit Ausleger
Tom's POÄNG mit Ausleger

Nicht schön. Aber so könnte es klappen. Ich erinnere mich noch, wie Tom die Zeichnung in der Hand hielt. Kopfschüttelnd.

„Dieser Ausleger ist doch nicht dein Ernst? Sowas würde ich nie und nimmer in meinem Wohnzimmer aufstellen wollen…! Du etwa?“ Dabei schaute er mir tief in die Augen.

Nö – dachte ich bei mir. Aber ich habe ja auch einen richtigen Sessel. Nicht so ein spackes filigranes Gestell wie einen POÄNG.

 

Ebenso waren die Armlehnen viel zu schmal für eine Unterbringung der Steuerung. Ich malte etwas unbeholfen ein kleines Touchpad auf die rechte Seite. Was nun? Vielleicht doch einen separaten Ständer? Mir fielen meine Begehungen in den Baumärkten wieder ein. Dort gab es eine Vielzahl an kompakten schweren Ständer. Die waren eigentlich für Sonnenschirme gedacht - und die waren auch noch sehr teuer….

Ständervarianten aus dem Baumarkt
Ständervarianten aus dem Baumarkt

Und auch wirklich unschön. Zumindest für unseren Zweck: ein Gegengewicht für einen großen Monitor. Ich nahm wieder einmal den Stift in die Hand… nahm zunächst einen tiefen Schluck vom Guinness und mit einigen Strichen zauberte ich sowas hier hin…

„Ach komm, Andreas…“ erklang wieder die wehleidige Stimme von Tom in meinen Ohren. „Das ist nicht wirklich toll!“

Tja! So ein Ständer musste auch erstmal gebaut werden. Oder auch nicht! Mehr fiel uns damals einfach nicht ein. Und mir jetzt scheinbar auch nicht.

 

Ich scherte nach zwei Stunden Fahrtzeit auf einen Parkplatz aus.  Das kleine Häuschen für die Notdurft war mein Ziel.

Sollten nicht hierbei die besten Ideen kommen? Wo blieben die denn nur?

 

Auch auf dem Rest der Fahrt zermarterte ich meinen Kopf weiterhin mit diesem Problem. Doch am Ende der Reise kam die ernüchternde Erkenntnis: Dieser Ausflug hatte mich kein Stück unserer Lösung für eine –unsere- eComic-Leseecke näher gebracht…

Aber aufgeben gibt’s nicht!

Ein 'Roir' aus dem Jahre 1993
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Was bisher geschah...
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Youtube-Videos

00 Opening COMICROOM
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01 Monitor & Schwenkarm
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02 Ordnung muss sein
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03 Armlehne & Knetmasse
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04 Der COMICROOMReader
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05 Upgrade
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06 Machbarkeitsstudie
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07 Unboxing ZBOX
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08 Der PFEILER
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09 Die PLATTFORM
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10 Die Hochzeit
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11 Bookmark Manager
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12 Starting COMICROOM
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13 Das eRegal
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14 Duell der Armlehneablagen
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15 Nähen & Schneiden
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16 Dachboden-Begehung
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17 Erster Eindruck
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