Das Ende von COMICROOM?

War jetzt wirklich endgültig Schluss? War das Ende unseres Projektes COMICROOM mit der Fertigstellung unserer Machbarkeitsstudie gleichzusetzen? Eine Fortführung war meinerseits geplant, doch Tom ‚überraschte‘ mich …

…Ich schenkte uns noch etwas Wein nach. Wir saßen noch immer bei mir zusammen.


„Schau mal Tom. Unser Projekt ist doch nur eine Machbarkeitsstudie. Ein erster Prototypen – wenn du so willst. Nämlich eine eComic-Leselounge für meinen Sessel. Dem BYA. Jetzt steht Dein POÄNG Sessel an. Und wenn wir für dem ebenso eine Plattform mit Pfeiler bauen wollen, dann können wir doch gleich meine Verbesserungen umsetzen.“ Ich redete unablässig. Dabei wedelte ich mit einigen Seiten in der Hand, auf denen meine Notizen und Skizzen zu sehen waren.


Tom schaute nicht mal auf meine Hand. Kein gutes Zeichen…


Ihm nur nicht eine Pause anbieten, damit er was sagen kann. Etwas sagen wie ‚Ende. Schluss. Aus. Vorbei.‘ – oder so. Etwas, das meine Begeisterung ausbremsen könnte. Etwas, das wirklich einen endgültigen Schlusspunkt unter unser Projekt setzen könnte.

Davor hatte ich Angst.

Denn ich möchte weitermachen! Ja. Ich will weitermachen!

Und: Ich will es mit Tom gemeinsam machen. Punkt.


Und so fuhr ich in meinem Redeschwall fort: „Es sind mir so viele neue Ideen gekommen… Zum einen ist die bisherige Version von COMICROOM in meinem Zimmer gebunden. Ein Heraustragen ist eben mal nicht möglich. Ich kann den Pfeiler nur mit großem Aufwand von der Plattform trennen. Alles verschraubt und verkabelt. Er sollte daher besser steck bar sein…“


Tom nickte ein wenig.


Ermutigt fuhr ich fort: „…Die gesamte Lounge sollte modular aufgebaut sein. Auch die Plattform. Eine Ablage für Kopfhörer und einer Tasse Tee fehlt mir noch. Die Rechnerhalterung am Pfeiler ist wackelig, Die Kabel für das Display müssten eine saubere Führung ‚am‘ oder ‚in‘ dem Pfeiler erhalten…“

Tom griff nach der Weinflasche und schenkte uns nach.


Ich holte kurz Luft – und weiter ging’s: „…Das Steuergerät würde ich gerne mit dem Logitech Touchpad realisieren. Dafür benötige ich eine Ablage für den POÄNG. Die jetzige Armelehnen-Auflage ist dafür nicht geeignet…“

Tom saß mit dem Glas in der Hand da – hörte mir aufmerksam zu – keine Regung.

Jetzt versuchte ich den Fokus auf ihn zu richten: „…Sicherlich sind dir doch auch bei deinen Programmier-Arbeiten neue Ideen gekommen?“ Meine Stimme klang schmeichelnd. „Ideen, die deine Konvertierungsmaschinerie noch effizienter und flexibler werden lässt? Der eReader - halt nicht nur auf einem Browser und nur für eine Auflösung?“


Meine Argumente gingen mir aus. Die Bedrohung einer Absage von Tom hing im Raum. Obwohl noch nicht von ihm ausgesprochen, spürte ich sie sehr deutlich. Was kann ich noch vorbringen…? Was kann ich tun…?


„Tasse Tee Tom?“

Ups. Tom lächelte? Mit einer Prise Mitleid – so schien es mir…

„Nein Andreas. Aber einen Schluck Wein hätte ich gern noch.“

„Mmh.“ Ich füllte nicht nur sein Glas wieder auf. Ein wirklich guter Tropfen, den Tom uns mitbrachte. Ich las das Etikett: Chateuneuf du Pape.


„Andreas. Ich werde dir beim Projekt nicht mehr beistehen können.“ Nüchtern, sachlich vorgetragen. Und genau das, was ich nicht hören wollte.

„Warum?“

„Ich habe jemanden kennengelernt…“


Ich nahm einen großen Schluck Rotwein. „Wann hattest Du denn Zeit dafür?“ Ich war wirklich erstaunt. „Du warst entweder arbeiten. Oder wir waren zusammen…!“ Es kam mir spontan. Sorry. Menschlich – aber daneben.


Er lächelte. Sah über meinen Fauxpas hinweg. Dann griff er zum Glas - trank – stellte es wieder ab – ermunterte mich, die Pfeife anzustecken und erzählte…


Und Tom war sehr redselig. Möglicherweise lag das aber auch an den netten zwei weiteren Weinflaschen die uns diese Nacht begleiteten. Vielleicht aber auch am betörenden schweren Duft meiner mit Latakia-Tabak gefüllten Pfeifen. Oder gerade die Kombination aus beidem.


Am Ende stand fest: Tom lebt seit einigen Monaten in einer Partnerschaft. Er wird noch vor Weihnachten umziehen. Und damit nicht genug. Seine –nein ihre- neue Wohnung liegt hunderte von Kilometer entfernt von mir.


„Ach Andreas. E‘was hätt‘ ich da no‘ für dich…“

„Was‘n?“ Der Wein legte sich schwer auf unser Sprachzentrum….

„N‘ schöönes Weihnachsfest und guden Rudsch. Isch muss jedsd gehen.“ Typisch Tom. Selbst im Suff versucht er rational zu denken. Nur das Sprechen klappte halt nicht mehr so ganz.

„Latürnich.“ Bei mir wohl auch nicht.


Er stand schwankend auf. Sammelte seine Sachen ein. Und bevor er die Tür erreichte, artikulierte er etwas, das wie ein „A’ja… fas‘ vergessen…“ klang.

Tom wühlte in seiner Hosentasche und beförderte eine kleine Figur hervor. Dann winkte er mich mit einer lässig wirkenden Handbewegung herbei. „Is für dich.“ Dann er umarmte mich.

„War ‘ne schööne Seit.“ Irgendwie schafften wir es, die kleine Figur von seiner Hand in meine zu befördern. In unserem Zustand eine Meisterleistung. 

Geschenk von Tom - Ein USB-Stick
Geschenk von Tom - Ein USB-Stick

Ein USB-Stick. „Mach‘ was du wills damit. Is‘ dein’s!“

Und dann ging er…


Meine letzten Gedanken waren ‚Ich muss ihn anrufen, wenn ich wieder klar im Kopf bin…‘ dann sank ich auf mein Sofa…

Ein 'Roir' aus dem Jahre 1993
Ein 'Roir' aus dem Jahre 1993
Was bisher geschah...
Was bisher geschah...

Youtube-Videos

00 Opening COMICROOM
00 Opening COMICROOM
01 Monitor & Schwenkarm
01 Monitor & Schwenkarm
02 Ordnung muss sein
02 Ordnung muss sein
03 Armlehne & Knetmasse
03 Armlehne & Knetmasse
04 Der COMICROOMReader
04 Der COMICROOMReader
05 Upgrade
05 Upgrade
06 Machbarkeitsstudie
06 Machbarkeitsstudie
07 Unboxing ZBOX
07 Unboxing ZBOX
08 Der PFEILER
08 Der PFEILER
09 Die PLATTFORM
09 Die PLATTFORM
10 Die Hochzeit
10 Die Hochzeit
11 Bookmark Manager
11 Bookmark Manager
12 Starting COMICROOM
12 Starting COMICROOM
13 Das eRegal
13 Das eRegal
14 Duell der Armlehneablagen
14 Duell der Armlehneablagen
15 Nähen & Schneiden
15 Nähen & Schneiden
16 Dachboden-Begehung
16 Dachboden-Begehung
17 Erster Eindruck
17 Erster Eindruck