Wie jetzt? COMICROOM ist OFFLINE??!!

Es ist schon einige Zeit her, als ich meinen alten Freund Ralf im Süden Deutschlands besuchte. Nun rief er mal eben so an… Er interessierte sich für das COMICROOM-Projekt – und sparte nicht mit Kritik! Hier eine Zusammenfassung unseres mehrstündigen Telefonats…

Ralf hatte erst vor einigen Wochen durch seinen Sohn einen Hinweis auf meinen Blog erhalten. Mir war gar nicht bewusst, dass ich ihm damals nicht von Toms und meinem öffentlichen Projekt erzählt hatte. Aber wir waren wohl, nach Jahrzehnten ohne Kontakt, zu sehr mit der Aufarbeitung unserer Erinnerungen beschäftigt…

 

Er konfrontierte mich sogleich mit der Frage, warum ich den COMICROOM Reader nicht als eine Cloudlösung konzipiert hatte, um dann mit einem x-beliebigem Internetbrowser die eComics aufzurufen. Unsere Arbeit wäre doch nicht zeitgemäß, wenn Daten auf einer lokalen Festplatte gespeichert werden müssen. Ich bestätigte ihm, dass er damit vollkommen Recht hatte. Und er stünde mit dieser Meinung auch nicht allein da. Denn diesen Hinweis hatten wir schon damals als Kommentar mitgeteilt bekommen.

 

Sicherlich könnte man die generierten eCOMIC-Webseiten unseres COMICROOM Projektes auch auf einem Host-Anbieter auslagern, erklärte ich ihm. Der derzeitige Speicherbedarf aller unserer eComics liegt bei etwa rund einem halben Terabyte. Das ist also heutzutage überhaupt kein Problem.

 

Doch das damals mit Tom erarbeitete Konzept hatte uns schon frühzeitig einige Schwierigkeiten offenbart, die eine Browserunabhängige Reader Version mit sich bringen würde. Da ist zum einen die Berücksichtigung der unterschiedlichsten Browserversionen – sei es Chrome, der IE, Safari, Opera, dem Firefox, oder jetzt dem Edge… um nur einige zu nennen. Dann sind da noch die vielen Versionsnummern jedes einzelnen Browsers. Jede ist halt doch um eine Nuance anders als die andere. Dies impliziert das kontinuierliche programmieren von Updates und den Anpassungen der Skripte. Ein für uns sehr hoher Aufwand, den wir nicht leisten wollten – geschweige ‚können‘. Das ersparten wir uns mit der Bedingung: Wir definieren den IE als unseren eComic-Reader – damals aktuell die Version 9 – aber auch die 8er.

 

Ralf wollte mich zunächst fragen, warum IE8. Doch kaum als er seine Formulierung vollendet hatte, beantwortete er sich selbst die Frage: Der ist lauffähig unter Windows XP. Warum hatten wir darauf Rücksicht genommen?

 

Ich brachte ihm unsere Gedanken des ‚recycelns‘ näher. Wir wollen gerade ältere Rechnersysteme unterstützen. Ein ausgemusterter Rechner könnte somit als Archiv- und Lesewerkzeug einen neuen Zweck erfüllen. Statt nun einen alten Rechner zu entsorgen, wollten wir den für unser Projekt nutzen. Das ich dann noch einen MiniPC (ZBOX) mit Windows 7 von ZOTAC aus meinem Fundus hervorgeholt hatte, definierte schlussendlich unser ‚COMICROOM-Standardsystem‘.

Unser COMICROOM Standardsystem - ZBOX von ZOTAC
Unser COMICROOM Standardsystem - ZBOX von ZOTAC

Dann kamen wir auf den für heutige Maßstäbe doch exotischen 20“-Monitor im Format 3:4 zu sprechen. Hier konnte Ralf unserer Argumentation im Blog folgen. Eine Auflösung von 1200x1600px ist die sinnvollste, wenn es darum geht, DIN A4-ähnliche Seiten im Portrait Modus darzustellen. Unsere Eingrenzung, nur in dieser Einstellung die Bildausgabe zu optimieren, findet er dennoch äußerst starr. Ich erläuterte Ralf, dass aus Toms Sicht, die Aufwände der Programmierung sehr hoch wären, müsste er alle Displayauflösungen mit beachten. Sei es eine 768x1024 bis hin zu 1080x1920 – oder auch mehr. Sei es ein 4:5 Format bis hin zu 16:9 – oder auch mehr. Sei es im favorisiertem Portrait- oder sogar der Landscape-Modus. Die einzelnen Comicseiten müssten für jede Auflösung neu berechnet werden und verlören in ihrer Qualität der pixelorientierten Darstellung erheblich. Der Fullscreenmodus für genau 1200x1600px vereinfacht das Projekt erheblich. Ergo: die Bildwiedergabe wird nicht verfälscht. Die Entwicklung des Readers ist einfacher.

Monitor - eine Entscheidungshilfe
Monitor - eine Entscheidungshilfe

Er konnte meiner Argumentation zwar folgen - seine Unzufriedenheit bemerkte ich dennoch. Ich sprach ihn darauf an.

 

Den eComicReader findet er vom Erscheinungsbild großartig. Unsere Idee eines virtuellem Regalabbildes hatte er bis dato so noch nie gesehen. Die Lesezeichenfunktion hatte ihn überzeugt. Simpel, sinnvoll und es gefiel ihm!

eRegal - Comic - eComic
eRegal - Comic - eComic

Er bemängelte aber, dass wir uns das viel zu einfach gemacht hätten. Wir hätten uns bei unserem Web-Generator den Mehraufwand ruhig antun sollen. Einfach nur ‚sauber‘ und ‚mit Standards‘ programmieren. Dann wären die vielen Anpassungen von denen ich sprach, nicht notwendig. Zumindest würden sie im Arbeitsumfang übersichtlich bleiben.

 

Er erweiterte seinen Einwand, um den einer datenbankbasierten Lösung. So hätten wir mehr Freiheitsgerade bei der Implementierung von Features – wie die einer Suchfunktion. Oder dem Erstellen von Listen. Aber auch um Informationen zu den einzelnen Comics hinterlegen zu können. Da könnten auch andere eComic-Begeisterte von partizipieren.

 

Hier merkte ich gedanklich auf: Wie? Andere?

 

Unser Konzept der lokalen Speicherung, also entgegen des aktuellen Mainstreams ‚alles-in-der-Cloud‘ haben zu müssen, fand er ‚old-school‘. Das klang eher nach einem deftigem Vorwurf, als nach einem Kompliment.

 

Vielmehr sollten wir doch eine Exportfunktion für eComics im eRegal auf andere Lese-Geräte unterstützen. Das erhöhe die Akzeptanz bei den eComic-Lesern. Eben mal schnell eine Sammlung auf das Pad schieben, um unterwegs etwas zum Schmökern dabei zu haben.

 

Irgendwas lief hier gerade falsch… Das gibt es doch schon... .

 

Als er das Thema Sicherheit bei alten Rechnersystemen, Betriebssystemen und Browsern anschneiden wollte, konnte ich ihn augenblicklich mit dem Hinweis auf ‚COMICROOM ist Offline‘ stoppen.

 

Und erst in diesem Moment merkte ich, dass er jetzt wohl verstand…  Denn unser COMICROOM-Archiv- und Lesesystem ist nicht nur auf einem lokalen Rechner abgelegt, sondern dieser Rechner hat auch keinerlei physische Verbindung zum Netz.

„Wie kein Netz?“

„Keine Verbindung! Kein Kabel! Kein WLAN!“

„Also kein Internet?“

„Stimmt. COMICROOM ist ein Stand-Alone-System!“

 

Es ‚klackte‘ leise auf der anderen Seite der Leitung. Ich glaubte das wirklich hören zu können, wie bei Ralf die einzelnen Informationsfragmente sich richtig zusammenfügten und er die Sicht auf das Ganze bekam. Nämlich die Sicht auf das Gesamtkonzept von COMICROOM.

 

Denn nur dieses Konzept befreite uns von der Notwendigkeit, permanent Sicherheitspatches und Updates installieren zu müssen. Es wird nur einmal installiert, einmal konfiguriert – dann ist die stationäre Leselounge für den privaten eComicsammler bereit, um dem entspannten Lesegenuß zu frönen. Neue Comics werden dann über ein externes USB-Speichermedium skriptgesteuert in das eRegal von COMICROOM eingebunden.

 

Abschließend merkte ich an, dass das ein besonders entspannter Lesegenuss für Brillenträger wie mich sei. Die ‚kleinen‘ Papier-basierten Comics strengen mich mittlerweile an. Da ist der große Bildschirm sehr willkommen….

 

Ich vermute, Ralf hatte mir innerlich zugestimmt… ;-)

 

Am Schluss unseres Telefonats versprach er mir, unser Projekt ein bisschen im Auge zu behalten.

 

Ich ermunterte ihn, sich bei mir zu melden, wenn er etwas beitragen möchte. Es muss nicht ausschließlich Kritik sein. Gerne könne er aber auch ein Kommentar zu den einzelnen Posts hinterlegen.

 

Ich hatte nun nicht nur Tom, sondern Ralf als weiteren Sparringspartner für unser Projekt gewinnen können. 

Ein 'Roir' aus dem Jahre 1993
Ein 'Roir' aus dem Jahre 1993
Was bisher geschah...
Was bisher geschah...

Youtube-Videos

00 Opening COMICROOM
00 Opening COMICROOM
01 Monitor & Schwenkarm
01 Monitor & Schwenkarm
02 Ordnung muss sein
02 Ordnung muss sein
03 Armlehne & Knetmasse
03 Armlehne & Knetmasse
04 Der COMICROOMReader
04 Der COMICROOMReader
05 Upgrade
05 Upgrade
06 Machbarkeitsstudie
06 Machbarkeitsstudie
07 Unboxing ZBOX
07 Unboxing ZBOX
08 Der PFEILER
08 Der PFEILER
09 Die PLATTFORM
09 Die PLATTFORM
10 Die Hochzeit
10 Die Hochzeit
11 Bookmark Manager
11 Bookmark Manager
12 Starting COMICROOM
12 Starting COMICROOM
13 Das eRegal
13 Das eRegal
14 Duell der Armlehneablagen
14 Duell der Armlehneablagen
15 Nähen & Schneiden
15 Nähen & Schneiden
16 Dachboden-Begehung
16 Dachboden-Begehung
17 Erster Eindruck
17 Erster Eindruck